HOFFNUNG, MACHT UND DIE SCHATTEN IN UNS.

Ein Durchbruch. Zwei Visionen von GLÜCK.

Sie erschuf es, um zu heilen, und er machte ein Imperium daraus. Die Erfindung, die den menschlichen Geist heilen sollte, hat jetzt zwei Zukünfte. Nur eine überlebt.

Als Taschenbuch erhältlich

Erhältlich auf Amazon & Kindle

„Eine kluge, originelle und meisterhaft umgesetzte Geschichte. Bemerkenswert immersives World-Building." — E.N.

“Selten habe ich ein Buch gelesen, das so gekonnt Spannung, große Ideen und emotionale Tiefe miteinander verbindet. Klare Kaufempfehlung!” - Iris

die quelle

„ICH VERSPRECHE ES. SIE WERDEN GLÜCKLICH SEIN."

Sofias Kopf war in einem eisernen Helm eingekapselt. Sie kämpfte gegen das kalte, unnachgiebige Metall, das ihr Gesicht einquetschte. Mit jedem Atemzug prallte die Luft auf sie zurück, während der scharfe, beißende Geschmack von Eisen ihren Mund überfiel und Panik sie erstickte. Verzweifelt nach Luft ringend, tobte sie wild gegen die Laken, riss sich los und stürzte aus dem Bett. Sie stand vor dem Spiegel in ihrem dunklen Schlafzimmer. Nur die Kontur einer Silhouette war sichtbar. Trotz seiner Enge fühlte sich der eiserne Helm, der gegen ihren Kopf drückte, seltsam leicht an. Sofia, verzweifelt nach Luft ringend, rannte aus ihrer Wohnung und taumelte auf die Straße. Draußen waren die Straßen Wiens durch eine in Asche erstickte Welt ersetzt worden. Der Boden darunter war weich, lebloser Staub. Sofia blickte sich um. Verkohlte Skelette von Bäumen und deren kahle Äste, verbrannt durch ein unbekanntes Inferno, krallten sich an ihr fest. Der Gestank von Feuer erfüllte ihre Nasenlöcher, als sie ziellos davonsprintete. Plötzlich verfing sich ihr Fuß in etwas, das sie zu Boden riss, und ihr Kopf, eingekapselt in Eisen, schlug auf dem zerklüfteten schwarzen Boden auf. Ein durchdringender, unerbittlicher Alarmton von ihrem Smartphone zertrümmerte den Alptraum und zog sie in die Realität des frühen Morgens.

Sofia setzte sich ächzend auf. Ihr seidiges braunes Haar war von Schweiß durchnässt und klebte an ihrem Gesicht und ihrem Hals. Mit zitternden Fingern tastete sie über ihre Kopfhaut, suchte nach Metall, fand aber nur feuchte Haut. Die Erleichterung machte sie schwindelig. Sie schwang ihre Beine über die Bettkante und wartete, dass sich ihr Atem verlangsamte, während das fahle Straßenlicht harte Linien über den polierten Holzboden ihrer Wohnung an der Ecke Wipplingerstraße/Färbergasse im 1. Bezirk Wiens zog. Sie ging zum großen Fenster hinüber, das auf die gepflasterte Straße unten blickte. Draußen begannen die Menschen, sich wie jeden Tag vor der Apotheke gegenüber anzustellen. Bald würde sich die Schlange, die sich täglich zu verdoppeln schien, über mehrere Häuserblocks erstrecken. Die meisten Menschen hatten ihre Augen auf ihre Smartphones geheftet, lehnten sich gegen die kalte Steinmauer des wunderschönen Gebäudes und scharrten mit ihren Füßen. Sofia sah ihren Atem sichtbar in der kalten Luft aufsteigen. Direkt über ihnen verbreitete ein großes, helles digitales Display eines riesigen Werbeplakats ein unheimliches Licht: ›EINE NEUE ÄRA DES GLÜCKS‹. Sofia las die kühne und vage Aussage der Anzeige mit einem Hauch von Sarkasmus laut vor sich hin. Bald … sehr bald werde ich euch allen helfen können, dachte sie und trat vom Fenster weg. Sie brauchte Kaffee.

Die Szene draußen noch immer vor Augen, ging Sofia in die Küche und steuerte direkt auf die Kaffeemaschine zu. Sie schaltete sie ein, lehnte sich an die Küchentheke und studierte ihren täglichen Zeitplan auf ihrem Handy, während sie darauf wartete, dass sich die Espressomaschine aufheizte. Es war ihr tägliches Morgenritual, auch am Wochenende: für Dr. Sofia Bulsara gab es kein Wochenende. Sie arbeitete jeden Tag. Als wissenschaftliche Leiterin bei SAND Labs und Psychiaterin von Beruf hatte Sofia ihr Leben dem Verständnis der Natur und der Biologie der menschlichen Psyche und den Methoden zur Heilung ohne Medikamente oder künstliche Veränderung gewidmet. Menschen ertranken in Depressionen, und die Opioide übernahmen die Welt. Sie goss sich einen starken doppelten Espresso ein und als wahre Koffein-Süchtige inhalierte sie sein reiches Aroma, bevor sie einen langsamen Schluck nahm. Sie wandte sich wieder ihrem Handy zu und scrollte durch einen Strom von Updates der Weltnachrichten. Eine stark blondierte Moderatorin, die zu breit lächelte, kommentierte die Morgenzeilen: »Globale Serotoninwerte auf Rekordtiefs – was bedeutet das für unsere Zukunft?« Es folgte ein Schnitt zu einem Mann in seinen frühen Vierzigern mit rosa Haaren und einem selbstbewussten Lächeln, der ein müheloses Charisma ausstrahlte. Das breite Lächeln von George Sand, dem CEO von SAND Labs, füllte den Bildschirm aus…

kapitel 1: die glückskrise